Im Jahre 1703 liess Zar Peter der Grosse nach Eroberung des Gebietes  von den Schweden im Delta des Flusses Newa den Grundstein zur Peter-  und-Paul-Festung legen, die den Zugang Russlands zur Ostsee hin sichern  sollte. Innert weniger Jahren entstand um die Festung herum trotz der  eigentlich ungünstigen Lage in einem Sumpfgebiet, das bis heute auch  immer wieder von Hochwasser heimgesucht wird, unter immensen  Anstrengungen und grossem Verschleiss von Menschen und Material eine  beeindruckende Stadt.    Bereits 1710 wurde St. Petersburg auch als Symbol der Öffnung hin nach  Westen anstelle Moskaus zur neuen Hauptstadt des Russischen Reiches  erklärt. Dies blieb die Stadt auch mit kurzem Zwischenspiel von 1727 bis  1732 bis zur Oktoberrevolution 1917, welche ebenfalls dort mit dem ersten  Schuss vom Panzerkreuzer Aurora auf den Winterpalast ihren Anfang  nahm und schlussendlich zur Machtübernahme der Bolschewiki unter Lenin  führte. Dieser erklärte Moskau wieder zur Hauptstadt, worauf St.  Petersburg an Bedeutung verlor. Die Stadt an der Neva trug damals schon  nicht mehr ihren ursprünglichen Namen, schon 1914 wurde sie in   Petrograd umbenannt, da damals Russland mit Deutschland im Krieg stand  und St. Petersburg zu Deutsch klang. 10 Jahre später folgte eine  abermalige Umbenennung in Leningrad, bevor 1991 wieder der alte Name  Auferstehung feierte. Auf das Jahr 2003 zum 300 jährigen Geburtstag hin  wurden grosse Anstrengungen unternommen, die ein bisschen  heruntergekommene Stadt wieder herauszuputzen, seither strahlt sie zum  grossen Teil wieder in altem Glanz, wobei es auch heute noch viel zu  restaurieren gäbe, ob Gebäude oder Strassen, welche besonders unter  dem kalten Winter leiden.  Statue Peter der Grosse Parkbank zum 300. Geburtstag von St. Petersburg Das Stadtbild im Zentrum wird bis heute geprägt durch die wunderschönen  alten Gebäude, die die Wirrungen der Zeit überdauert haben, durch die  Paläste, die Kirchen, die vornehmlich im 18. und 19. Jahrhundert durch  einige der berühmtesten und begabtesten Architekten Ihrer Zeit erstellt  wurden, die Neva und die Kanäle, die das Zentrum durchziehen, samt  Ihren Brücken. Diese bieten im Sommer, wenn die Neva vom Eis des  harten Winters befreit und schiffbar ist, ein besonderes Schauspiel.  Tagsüber geschlossen, werden sie in der Nacht hochgezogen damit sie  von Schiffen passiert werden können. Ein Ereignis, auf das jeweils viele  Schaulustige warten und bei dem richtige Feststimmung herrscht. Am  allerschönsten ist dies während der Zeit der Weissen Nächte, während der  es in dieser weit nördlich gelegenen Stadt nie richtig dunkel wird.    Hochgezogene Nevabrücke während der Weissen Nächte Eine weitere Besonderheit von St. Petersburg ist das Fehlen jeglicher  Hochhäuser oder Wolkenkratzer im Stadtzentrum, wie man sie sonst von  den meisten Millionenmetropolen aus aller Welt kennt. Dieser Umstand  geht aus einer Bestimmung von Peter dem Grossen hervor, dass kein  Gebäude höher sein dürfe als die Spitze der Peter-und-Paul-Kathedrale,  die so einer der wenigen markanten Punkte ist, den man von weitem sehen  kann, wie beispielsweise auch die Isaaks-Kathedrale mit ihrer goldenen  Kuppel. Irgendwie wirkt die Stadt so wie ein Sinnbild für die endlosen  Weiten Russlands, dieses unfassbar riesigen Landes, und man käme kaum  auf die Idee, dass dort fast fünf Millionen Menschen leben. In den  Randgebieten sieht es dann wieder anders aus, dort trifft man auf ältere  Wohnblöcke und auch auf in jüngerer Zeit gebaute moderne Hochhäuser,  welche aber ebenfalls nicht die Höhe von “richtigen” Wolkenkratzer  erreichen.  "Skyline" von St. Petersburg Abseits des Zentrums Peter-und-Paul-Kathedrale St. Petersburg heute? Eine riesige Stadt mit Metro, Marschrutkis  (Sammeltaxis), unzähligen Museen, vielen Palästen, Kirchen und  Kathedralen, 24-Stunden-Läden oder auch Apotheken, Bars, Restaurants,  und sehr viel Leben und Kultur - wahrscheinlich 10-mal mehr als die ganze  Schweiz zusammen zu bieten hat. Übertrieben? Gut, na ja (zugegeben),  aber nur leicht. Auch wenn machmal ein bisschen laut und stinkig, so ist  diese Stadt doch einfach einzigartig und wunderschön. Und nicht nur das,  fährt man ein bisschen aufs Land erreicht man innert kurzer Zeit Vororte  wie Peterhof, Zarskoje Selo (Puschkin), Pavlovks, Gattschina mit ihren  unvergleichlichen prunkvollen Palästen und weitläufigen bezaubernden  Parkanlagen oder die Hafenstadt Kronstadt.   Alie Parusa 2010