Nächster Tag, nächste Station, Goritzy. In diesem kleinen Städtchen steht  ein Frauenkloster, doch dieses besichtigten wir nicht. Denn von der  Anlegestelle, mit kleinen Shops bestens eingerichtet für Touristen, ging die  Tour dieses Tages mit Bussen zum ein paar Kilometer entfernten  Städtchen Kirillow und dem Kirillo-Beloserski Kloster, welches eine der  grössten Russischen Klosterfestungen ist.  Der Mönch Kirill gründete das Kloster im Jahr 1397 am Ufer eines kleineren  Sees. Bis Mitte des 17. Jahrhunderts wurde es zu einem der grössten  Grundbesitzer Russlands und zu einem der bedeutendsten religiösen und  weltlichen Zentren des Landes, auch begünstigt durch seine strategisch  wichtige Lage. Es befand sich eine der grössten altrussischen Bibliotheken  dort wie auch eine bedeutende Sammlung von Ikonen.  Iwan der Schreckliche gehörte eine eigene Mönchszelle im Kloster, und es  wurde von ihm auch immer wieder durch grosszügige Geschenke und  Spenden unterstützt. Jahre später besuchte auch Peter der Grosse das  Kloster und verpflichtete die besten Handwerker für den Aufbau von St.  Petersburg.   Wie viele Klöster und Städte im Nordwesten Russland wurde auch das  Kirillo-Beloserski Kloster mehrmals belagert und angegriffen, so im Verlauf  der “Zeit der Wirren” in Russland Anfang des 17. Jahrhunderts von  Truppen aus Polen und Litauen, es konnte jedoch nicht eingenommen  werden. Ab 1654 bis 1680 wurden dann die mächtigen Steinmauern  gebaut, die bis heute Bestand haben. Vom 15. bis in das 17. Jahrhundert  diente das Kloster auch als Gefängnis für einige wichtige Persönlichkeiten.  Ab 1764 begann der langsame Niedergang, als dem Kloster durch ein  Dekret von Katharina II. der Grundbesitz entzogen wurde. In der Folge  fehlten die Mittel, um den Unterhalt genügend zu gewährleisten. 1924  wurde dann das Kloster von den kommunistischen Behörden in ein  Museum umgewandelt, im Gegensatz zu vielen anderen Kirchen und  Klöstern konnten die Bauten jedoch erhalten bleiben. Erste  Restaurierungsarbeiten wurden schon ab 1918 durchgeführt, vor allem in  den Vorkriegsjahren. In den 1970er Jahren begann man umfassenderen  Renovierungen, wobei selbst bis heute noch einiges zu tun ist, 1997 wurde  das Kloster wieder in kirchliche Hände übergeben.  Die grosse Anlage mit den mächtigen Mauern und Türmen und den  verschiedenen Kirchen und anderen Gebäuden ist wirklich ein Besuch  wert. Schade, war nicht so viel Zeit vorhanden, um die verschiedenen  Ausstellungen (siehe auch hier) genauer zu besichtigen. Das Städtchen  (oder vielmehr Dorf) Goritzy mit den typisch Russischen Holzhäusern war  auch ganz nett anzuschauen. 
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