Uglitsch, die zweite Station am zweitletzten Tag der Kreuzfahrt. Schön an  der Wolga gelegen, mit dem Stadtzentrum, dem Kreml, den verschiedenen  Kirchen und auch zwei Klöstern äusserst sehenswert. Im Verlaufe der  Jahrhunderte nach der Gründung der Stadt, die erstmals im Jahr 937  Erwähnung fand, wurde sie mehrmals von fremden Truppen  niedergebrannt und verwüstet.  Besonders auffallend, auch farblich, ist die Kirche Dmitri auf dem Blut. Sie  steht an der Stelle, wo 1591 der mit seiner Mutter nach Uglitsch verbannte  Sohn Iwans des Schrecklichen durch eine Stichverletzung ums Leben kam.  Ob Boris Godunow, der anstelle des geistig zurückgebliebenen Bruders  von Dmitri das Land regierte und später auch Zar wurde, ihn ermorden  liess, oder ob es sich um ein Unglück handelte, kann wohl nie geklärt  werden.   In den folgenden Jahren tauchten jedoch auch einige Männer auf, die  behaupteten, sie seien Dmitri, der noch am Leben sei, und Anspruch auf  den Thron erhoben. Pseudodimitri I. schaffte es sogar für kurze Zeit zum  Zaren aufzusteigen, bevor er dann ermordet wurde. Pseudodmitri II. gab  sich später wiederum als der gerettete Pseudodmitri I. aus und brachte  grosse Teile des Landes unter seine Kontrolle, bevor er mit Hilfe von  Schweden besiegt und auf der Flucht getötet wurde. In der Folge tauchte  dann noch Pseudodmitri III. auf, der wiederum vorgab, der gerettete  Pseudodmitri II. zu sein. Irgendwie verwirrend? Kein Wunder, fielen diese  Geschehnisse in die später als “Zeit der Wirren” bekannt gewordenen  Jahre von 1598 bis 1613.