Ich empfehle, aus Qualitätsgründen alle Foto-Galerien im Vollbildmodus anzuschauen.
Was liegt näher, als auf dem Nachhauseweg von Moskau noch schnell die
Ukraine ein bisschen anzuschauen? Also von Moskau mit dem Zug schnell
auf die Krim (25 Stunden Fahrzeit, relativ komfortabel alleine in einem
Zweierabteil), dort ein paar Tage am Meer, danach nach Kiew (15 Stunden,
ein bisschen weniger komfortabel, aber mit Glück während der Ferienzeit
überhaupt noch einen Platz in einem Zug gefunden zu haben in einem
fahrenden Massenlager - dafür der Fahrkartenpreis nur etwa 5, 6 Franken).
Von Kiew aus gibt es dann einen direkten Zugwagen nach Wien, mit ein
paar Stunden Aufenthalt in Krakow. Da wünschte ich mir schon, dass das
Rollmaterial der Ukrainischen Bahn ein bisschen besser wäre, die erste
Nacht war noch einigermassen akzeptabel, aber in der zweiten Nacht
waren die Aussentemperaturen recht hoch und im Wagen konnte man nur
den oberen Teil von drei der Fenster im Gang ein bisschen
herunterklappen, im Abteil konnte man gar nichts öffnen und die Lüftung
hat fast gar nichts gebracht. So herrschten dann im Abteil Temperaturen
von etwa 35, 40 Grad. Im obersten Bett von drei war es noch am
schlimmsten, ich bin dort gelegen und der Schweiss ist mir nur so
runtergelaufen. Also habe ich den grössten Teil der Nach im Gang stehen
beim Kippfenster verbracht bis die Temperaturen einigermassen erträglich
gewesen sind und ich schlafen konnte.
Eigentlich hätte ich ja einen Platz in einem anderen Abteil ganz unten
gehabt, aber in Lvov ist eine Flüchlingsfamilie mit glaube ich 5 Kindern von
ganz klein bis klein eingestiegen (war die jetzt aus Usbekistan oder
Kasachstan?), und ich konnte ja auch nicht zulassen, dass diese nur zwei
Betten zur Verfügung hatten oder getrennt wurden. Und ehrlich gesagt war
ich auch froh, dass ich nicht mit den Kleinkindern, von denen zwei noch
Windeln getrage haben, einen Tag im Abteil verbringen musste.
Deshalb habe ich meinen Platz gegen einen in einem anderen Abteil
eingetauscht, aber das war eben ein Platz ganz oben. Dafür hatte ich nette,
Deutsch sprechende Gesellschaft, eine sympathische, in Wien studierende
Ukrainische Frau und einen jung gebliebenen älteren Holländer auf
Ferienreise. Ein anderer Vorteil war noch, dass der Zugbegleiter in Krakow
unser Abteil mit dem Gepäck abschliessen konnte und wir unbesorgt durch
die Stadt spazieren konnten statt auf dem Abstellgleis im stickigen Wagen
zu sitzen.
Die Fahrt von Kiew nach Wien war wirklich nicht so angenehm, aber im
Nachhinein überwiegen doch die positiven Eindrücke und über den Rest
kann ich auch wieder ganz gut lachen. Aber trotzdem wäre es schön, wenn
die Ukrainische Bahn ihr Rollmaterial ein bisschen erneuern könnte.
Ansonsten darf ich sagen dass mir die Ukraine landschaftliche und auch
von den Bauten her sehr gut gefällt, und auch die Menschen dort sind sehr
freundlich.