Willkommen in St. Petersburg
Schon als Kind wollte ich irgendwann einmal nach Russland reisen um die
Zwiebeltürme der Kirchen zu sehen, und auch, weil dieses Land so uner-
messlich gross ist.
Und was macht man, wenn man 36 Jahre alt ist, immer noch diesen Wunsch
aber Flugangst hat und endlich mal nach Russland möchte? Man steigt im
Sommer 2009 in Zürich in den Zug und fährt mit Umsteigen in Wien,
Warschau, Sestokai und Vilnius nach St. Petersburg. So einfach ist das.
Theoretisch.
Gut ist es aber, wenn man zwei Reservierungen für den Nachtzug Vilnius –
St. Petersburg für zwei aufeinanderfolgende Nächte in der Tasche hat, da
die Umsteigezeit in Warschau sehr knapp ist, so dass man den
Anschlusszug dort verpassen könnte und danach einen Tag in der
Polnischen Hauptstadt warten muss, wie es mir auf meiner zweiten Reise
2010 (das musste einfach sein, da das erste Mal so schön gewesen ist)
wegen Hochwasser an der Grenze zu Polen passiert ist.
Gut ist es auch, wenn man die Tickets für den Zug in Deutschland bei einer
Bahnagentur bestellen kann, weil dies erstens einiges günstiger ist als wenn
man sie bei der SBB in der Schweiz kauft, und zweitens die SBB leider nur
Tickets bis Vilnius ausstellen können (Stand 2009), da der Zug nachher eine
nicht den Europäischen Standards entsprechende Reservierungsnummer
hat (was jedoch scheinbar für die Deutschen Bahnagenturen kein Problem
darstellt).
Die Zugfahrt ist mir manchmal ein bisschen lang vorkommen, jedoch ist es
auch mal etwas völlig anderes, wenn man zum Beispiel in Polen einfach
eine Stunde lang durch einen Wald fährt oder die endlos weiten Felder sieht,
was in der kleinen, bergigen und verbauten Schweiz schon gar nicht möglich
ist. Und irgendwie ist es auch etwas anderes und man kommt sich am Zielort
viel weiter weg von der Heimat vor, als wenn man einfach in ein Flugzeug
steigt und 2, 3 Stunden später am Ziel ist. Auch kann man interessante
Leute kennen lernen, wie den Japaner, der schon zum dritten Mal innerhalb
von 10 Tagen mit dem Zug quer durch Europa reist oder Kapitän Victor, der
zum Fest anlässlich des 40 jährigen Jubiläums seines Abschluss an der
Marineakademie von Vilnius nach St. Petersburg reist.
Nun gut, genug von der Reise, eigentlich sollte ja etwas anderes das
Hauptthema dieser Seite sein, nämlich die wahrscheinlich schönste Stadt
Russlands und eine der schönsten der ganzen Welt - man steigt also einfach
in Zürich in den Zug und dann, knapp 44 Stunden später, wenn alles gut
läuft, kommt man in St. Petersburg am Vitebskij Bahnhof an. Dann heisst es:
Willkommen in St. Petersburg!
Auf den folgenden Seiten werdet Ihr einige Informationen über die Stadt und
einige ihrer berühmtesten Bauwerke dort erfahren, und ich werde ein
bisschen über meine Eindrücke berichten. Dazu könnt Ihr auch ein paar der
Fotos anschauen, die ich dort gemacht habe. Viel Spass!