Eine der möglichen Routen für eine Flusskreuzfahrt von St. Petersburg  nach Moskau führt zuerst über den Ladogasee zur Klosterinsel Walaam.  Der Ladogasee ist der grösste See Europas, von Norden nach Süden ist er  220 km lang, dies entspricht fast exakt der maximalen Nord-  Südausdehnung der Schweiz. An seiner breitesten Stelle misst die Distanz  von Ufer zu Ufer 120 km, seine Fläche beträgt mit Inseln 18’390  Quadratkilometer (zum Vergleich: Schweiz 41’285 km²). Ein bisschen  seefest sollte man jedoch schon sein, wenn man den Ladogasee befährt,  denn sollte es dort einmal stürmen, können die Wellen vier, fünf Meter hoch  werden und selbst ein 120 Meter langes Schiff wird kräftig  durchgeschüttelt. Ich hatte das zweifelhafte Vergnügen, dies in meiner  ersten Nacht an Bord selber zu erleben, und noch einmal müsste ich  persönlich das nicht noch einmal durchmachen.   Aber nachdem der Sturm nachgelassen hatte und so doch noch 3, 4  Stunden Schlaf möglich waren, wartete am Morgen ein wunderschöner  Anblick - Sonnenschein, blauer Himmel, gepaart mit tiefster, friedlicher  Ruhe, und Walaam, eine dicht bewaldete Inselgruppe mit der  gleichnamigen Hauptinsel, auf der ein berühmtes Kloster steht, dessen  Pracht im Inneren den grossen Kirchen in St. Petersburg um nichts, aber  wirklich gar nichts nachsteht. Und dies auf einer Insel irgendwo am Ende  der Welt, auf jeden Fall für uns Mitteleuropäer. Einzig schade, wurde der  Glockenturm gerade restauriert.  Am Morgen stand die Besichtigung eben dieses Klosters und dessen  näherer Umgebung auf dem Programm, nach dem Mittagessen auf dem  Schiff folgte ein ausgedehnter mehrstündiger Spaziergang über die Insel,  hauptsächlich durch Wälder und machmal auch entlang von Wiesen und  wenigen Feldern. Dazwischen tauchten ab und zu, aber fernab jedwelchen  Behausungen, auch kleinere Kirchen auf. Zwischendurch gab es immer  wieder mal eine kleine Rast, während der unsere einheimische Führerin  Geschichten erzählte, von denen ich jedoch nichts verstand, da ich auf  einer Kreuzfahrt war, die eigentlich nicht für ausländische Touristen  bestimmt war. Ich war mir das jedoch mittlerweile von anderen Ausflügen  gewöhnt und hatte dafür mehr Zeit zum Fotografieren.